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Stummfilmmatinee

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Eintritt 14€
Sonntag, 31.01.2016, 11:00 Uhr

Vorführung auf Youtube

In einer Stummfilmmatinee am Sonntag, den 31.01.16, 11 Uhr, wird der Horror-Klassiker „Das Kabinett des Dr. Caligari“ von 1919 aufgeführt – live begleitet von der Band des international bekannten Würzburger Jazzmusikers Werner Küspert, „Küspert & Kollegen“.

Wie „stumm“ ist ein Stummfilm? Wie bunt ein Schwarz-weiß-Film? Das scheinen absurde Fragen, wenn man wenig weiß über die Filme vergangener Jahrzehnte. Erst die Möglichkeiten digitaler Restaurierung haben uns die Augen dafür geöffnet, daß die Stummfilmzeit vergyngener Jahrzehnte bunter und vielfältiger waren, als sie heute die meisten Filmgeher kennen. Nur wenige wissen, daß Chaplin, daß die „Väter der Klamotte“ dem damaligen Zuschauer ein ganz anderes Bild gegeben haben, als wir es jahrelang hatten, weil uns die Technik von damals abhanden gekommen ist.. Die komischen ruckartigen Bewegungen, wie wir sie kannten – selbst aus Dokumentarfilmen der damaligen Zeit im Fernsehen – sind nur aus einem Manko der Reproduktion entstanden: die Filme liefen mit einer falschen Geschwindigkeit, mit 24 Bildern je Sekunde, statt, wie damals, mit 18 Bildern. Die Filminitiative hatte im Corso auf eigene Kosten einen Geschwindigkeitsregler einbauen lassen. Mit Hilfe der digitalen Technik werden diese Filme im richtigen Tempo gespielt, und prompt sind sie entsprechend länger – richtige Kinofilme eben.

Ähnlich ist es mit dem Schwarzweiß. Die Filmekopien waren zwar nicht farbig wie heute, aber die Filmstreifen wurden in Farbe getaucht und gewannendeshalb eine situationsabhängige Ausdruckskraft, wenn die Nacht blau, die Leidenschaft rot etc. eingetaucht waren. Nach erhaltenen zeitgenössischen Kopien hat man bei Restaurierungen diesen früheren Zustand wiederherzustellen versucht.

“Das Cabinett des Dr. Caligari“ ist vor einigen Jahren für die Berlinale nach diesen Gesichtspunkten restauriert. Nur die Tonspur lässt sich natürlich nicht rekonstruieren, die Personen bleiben stumm. Die Zwischentitel sind dafür nur ein bescheidener Ersatz. Und was die Musik angeht,  ist das ein echter Luxus,  sie dem Zuschauer zu vermitteln. Sie ist einfach ungeheuer aufwendig. Denn komponierte Musik gab es nur für einige wenige Filme – „Nosferatu“ im letzten Herbst im Mainfrankentheater ist da eine große Ausnahme, für den CALIGARI gibt es das nicht. Will man dafür Live-Musik, - muss man die eigens komponieren lassen,, wie wir das mit großem Erfolg vor einigen Jahren mit einem Lubitsch-Film gemacht haben. Aber der Aufwand dafür ist enorm, wie für ein Konzert: man braucht einen Komponisten, man braucht Musiker, ein ganzes Ensemble, und muss die Musik genau an die Bilder und ihren Duktus anpassen.

Dafür haben wir für die Stummfilm-Matinee am Sonntag den Musiker Werner Küspert mit fünf Kollegen beauftragt, allesamt Profis, teils an der Musikhochschule beschäftigt, teils ständig imn Konzertbetrieb. Sie machen also 75 Minuten durchgehend Live-Musik, also ein Fillm- und Konzerterlebnis in einem

Die Uraufführung der restaurierten Filmkopie war im Rahmen der Berlinale 2012 in Berlin. Für die Berlinale 2016 ist etwas Vergleichbares geplant: Fritz Langs „Der müde Tod“, einer der wenigen  anderen legendären Stummfilme, von 1920, vielleicht ein Projekt auch für uns in der nächsten Zeit?! Es hängt vom Erfolg beim Publikum ab.